Motivation und Inspiration

In den Social Startup Guide flossen das Know-how und die Erfahrungen des start-up centers der OTH Regensburg und enactus Regensburg e.V. ein. Ergänzt wurde dies durch eine Literaturrecherche und drei Interviews mit führenden Persönlichkeiten des Social Entrepreneurships².

Geschäftsmodell erforderlich
Die Interviews bestätigten recht schnell, dass der Unterschied zwischen einem Social Business und einem konventionellen Business nur marginal an der Zielsetzung liegt. Ein Geschäftsmodell ist in beiden Fällen erforderlich, wie Alexander Kraemer, Head of Social Business Development, AfB gGmbH, erklärt: „Ohne ein Geschäftsmodell ist ein soziales Unternehmen kein Unternehmen, sondern nur eine nette Idee.“

Er betont ebenso: „Sozialunternehmertum ist für mich Unternehmertum mit der Herausforderung, die soziale Zielsetzung in Balance mit Kosten, Umsätzen, Produkten und Dienstleistungen zu bringen.“
Und: „Stellen Sie die Wirtschaftlichkeit in den Vordergrund, treiben Sie Umsätze und bringen Sie diese mit Ihrer sozialen Zielsetzung in Einklang.“

Konventionelle Herangehensweise
Obwohl sich ein Social Business sozialen und ökologischen Zielen verschreibt, führt kein Weg an einer ökonomischen, konventionell geprägten Herangehensweise vorbei, wie auch Klaus-Peter Hars, Geschäftsführer der Inventivio GmbH anführt: „Business ist Business und Business muss man immer strategisch behandeln – mit klaren Zielen, Verantwortlichkeiten, Strukturen und Vorgaben steuern und entwickeln. Social Business darf nicht heißen, dass man mit den Kunden ums Lagerfeuer tanzt oder sonst irgendetwas Esoterisches macht.“

Dies zeigt sich vor allem im Tagesgeschäft des Unternehmers, da dieses wie bei konventionellen Unternehmen von harter Arbeit geprägt ist: „Im Daily Business gibt es keinen Unterschied zu konventionellen Unternehmen, weil wir am Ende des Tages genauso nach Score Card arbeiten, zielorientiert sind, den Kapitaldruck und Erfolgsdruck haben wie andere auch. Sie arbeiten aber an etwas, das nicht nur für die Zahlen und für das Unternehmen gut ist, sondern noch einen sozialen Aspekt hat – und das hat mit Spaß, mit Motivation und mit Anerkennung sehr viel zu tun.“

Idee zügig kommerziell testen
Dass dieser Spaß aber recht schnell vergeht, wenn es kein vernünftiges Geschäftsmodell mit wertstiftenden Prozessen gibt, stellt auch Jakob Schillinger, Co-Founder von OneDollarGlasses, klar heraus:

„Im Business ist es verankert, dass man effizient und effektiv arbeiten muss, sonst wird man nicht überleben.“ Darüber hinaus rät er dringend: „Die Idee so schnell wie möglich kommerziell testen!“ und „Weniger reden, mehr zuhören. Die Leute fragen, wie sie es machen würden und dabei lernen.“

Der Social Startup Guide macht diese strategischen Überlegungen greifbar und direkt anwendbar.